Amalgamverbot
Was Sie wissen sollten...
„Die Verordnung (EU) 2024/1849 vom 13. Juni 2024, veröffentlicht im EU-Amtsblatt am 10. Juli 2024, sieht vor, dass Dentalamalgam ab dem 1. Januar 2025 in der EU grundsätzlich nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen verwendet werden darf, aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes.“ (BZÄK).
Was bedeutet das Amalgamverbot ab 2025?
Seit dem 1. Januar 2025 ist die Verwendung von Dentalamalgam in der Europäischen Union für zahnärztliche Behandlungen, insbesondere bei Kindern, Schwangeren und Stillenden, stark eingeschränkt. Diese Entscheidung ist Teil einer umweltpolitischen Initiative, die darauf abzielt, die Quecksilberbelastung zu reduzieren. Obwohl die Menge an freigesetztem Quecksilber aus Amalgamfüllungen als gesundheitlich unbedenklich gilt, ist der Einsatz stark rückläufig und wird durch alternative Materialien ersetzt.
Intakte Amalgamfüllungen müssen nicht ausgetauscht werden
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine funktionierende Amalgamfüllung bei guter Mundhygiene und regelmäßigen Kontrollen viele Jahre halten kann. Ein intakter Füllungsrand ohne Sekundärkaries oder Risse ist kein Grund für eine Entfernung der Füllung. Ein Austausch ist erst dann notwendig, wenn die Füllung defekt ist.
Aber woran erkenne ich, ob meine Amalgamfüllungen noch intakt sind?
Machen Sie den Selbsttest:
Um den Zustand Ihrer Füllung zu beurteilen, können Sie die folgenden vergleichenden Bilder als Orientierung nutzen. WICHTIG: Eine verlässliche Diagnose kann nur Ihr Zahnarzt/Ihre Zahnärztin stellen.
Intakte Füllung
Eine perfekte Füllung hat einen sauberen, dichten Abschluss zum Zahn. Es gibt keine sichtbaren Spalten oder Verfärbungen an den Rändern.
Randspalt
Ein Randspalt ist eine Undichtigkeit zwischen Füllung und Zahn. Hier können Bakterien eindringen und Karies verursachen, oft ohne dass dies sofort Schmerzen verursacht.
Riss
Risse können sich im Amalgam selbst oder im umgebenden Zahnmaterial bilden. Haarrisse im Schmelz sind ein frühes Anzeichen für Instabilität und können zum Bruch führen.
Bruch
Ein Bruch ist eine offen-sichtliche Schwachstelle, bei der die Füllung oder Teile des Zahns abgebrochen sind. Dies kann die Kaufunktion beeinträchtigen und den Zahn anfällig für weitere Schäden machen.
Sekundärkaries
Sekundärkaries ist Karies, die sich unter der bestehen-den Füllung bildet. Sie ist mit bloßem Auge oft nicht sicht-bar und wird in der Regel erst auf dem Röntgenbild als dunkler Bereich unter der Füllung erkennbar.
AMALGAMVERBOT - ALTERATIVEN DER KRANKENKASSE:
REGELVERSORGUNG durch die GKV:
- Frontzahnbereich: Adhäsiv befestigte Kompositfüllungen
- Seitenzahnbereich: Direkte Restaurationen aus selbstadhäsiven Materialien (z.B. Glasionomerzemente, selbstadhäsive Kompozithybride)
- Bulkfill-Komposite bei medizinischer Notwendigkeit, wenn selbstadhäsive Materialien für große Kavitäten nicht ausreichen
Was bedeutet das für SIE?
- Eine Haltbarkeit von nur wenigen Jahren bedeutet für Sie, dass die Füllung voraussichtlich mehrmals ersetzt werden muss. Beim Entfernen der alten Füllung geht immer auch ein Stück gesunde Zahnsubstanz verloren. Mit der Zeit kann der Zahn dadurch kleiner, empfindlicher oder sogar brüchig werden. Zudem steigt das Risiko für erneute Karies oder eine notwendige Wurzelbehandlung. Auch die Häufigkeit der Zahnarztbesuche spielt eine Rolle: Wer regelmäßig neue Füllungen braucht, muss häufiger in die Praxis und mehr Zeit und Kosten investieren. Deshalb ist es wichtig, auf langlebige Materialien und eine sorgfältige Zahnpflege zu achten.
WICHTIG!! Die Haltbarkeit von Glasionomerzement (GIZ) liegt typischerweise zwischen 2 und 5 Jahren, von Kunststofffüllungen für Backenzähne durchschnittlich zwischen 4 bis 6 Jahren !!
Warum erstatten die Krankenkassen keine hochwertigen Versorgungen?
Die gesetzliche Krankenversicherung ist an das Wirtschaftlichkeitsgebot gebunden und leistet nur, was „ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig“ ist und das „Maß des Notwendigen nicht überschreiten“ . Eine „State-of-the-Art“-Behandlung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft ist damit nicht abgedeckt.. Der gesetzlich geregelte Betrag wird jedoch gegengerechnet.
ZAHNMEDIZINISCHE ALTERATIVEN:
Keramik - State of the art
- Wenn eine Erneuerung notwendig wird, stehen Ihnen verschiedene moderne Materialien zur Verfügung. Keramische Restaurationen (Inlays, Onlays, Overlays oder Teilkronen) gelten in der Wissenschaft als die hochwertigste Versorgung.
Keramik statt Amalgam – modernste 3D-Technologie für Ihre Zahngesundheit
In unserer Praxis setzen wir bewusst auf hochwertige Keramik als nachhaltige Alternative zu Amalgam. Keramische Füllungen und Inlays sind nicht nur biokompatibel und frei von Metallen, sondern überzeugen auch durch ihre natürliche Zahnfarbe und hervorragende Verträglichkeit.
Keramik passt sich farblich perfekt an Ihre natürlichen Zähne an und ist von der eigenen Zahnsubstanz kaum zu unterscheiden
Studien zeigen, dass keramische Restaurationen bei entsprechender Pflege eine Haltbarkeit von über 30 Jahren erreichen können
Durch die Adhäsivtechnik wird beei der Präparation wird so wenig gesunde Zahnsubstanz wie möglich entfernt.
Dank modernster 3D-Technologie können wir Keramikrestaurationen präzise planen und individuell für Sie anfertigen – oftmals innerhalb eines einzigen Termins. Das digitale Verfahren ermöglicht höchste Passgenauigkeit, Langlebigkeit und eine ästhetisch perfekte Lösung, die sich harmonisch in Ihr natürliches Zahnbild einfügt.
So verbinden wir Zahnmedizin mit Innovation: metallfrei, schonend und auf dem neuesten Stand der Technik – für Ihr gesundes und schönes Lächeln.
ästhetik und
Funktion
Die HISTORIE von Amalgam:
Was ist Amalgam eigentlich?
Eine Metalllegierung, die hauptsächlich aus Quecksilber besteht (ca. 50 %).
Weitere Bestandteile: Silber, Zinn, Kupfer und teilweise Zink.
Amalgam wird plastisch in den Zahn eingebracht und härtet dort aus – stabil, langlebig und kostengünstig.
Historische Meilensteine:
Antike Anfänge:
Schon im alten China (ca. 600 n. Chr.) gibt es Hinweise auf quecksilberhaltige Füllmassen.16. Jahrhundert:
In Europa tauchen erste Beschreibungen von quecksilberhaltigen Zahnfüllungen auf.19. Jahrhundert:
1819: Der Berliner Arzt Auguste Taveau experimentiert mit einer Mischung aus Silber, Zinn und Quecksilber.
1830er Jahre: Amalgam gelangt nach Amerika und Europa – schnell beliebt, aber auch umstritten.
„Amalgamkrieg“: Zahnärzte und Ärzte streiten über mögliche Gesundheitsrisiken von Quecksilber. Manche Berufsverbände verbieten Amalgam zeitweise.
20. Jahrhundert:
Amalgam etabliert sich weltweit als Standardfüllung: günstig, leicht zu verarbeiten, sehr haltbar.
Vor allem in der Nachkriegszeit weit verbreitet, da Alternativen teurer oder weniger stabil waren.
Spätes 20. Jahrhundert bis heute:
Wachsende Kritik wegen möglicher Quecksilberbelastung.
Neue Materialien wie Komposite (Kunststofffüllungen) oder Keramik setzen sich durch.
2018: Die EU beschränkt die Nutzung von Amalgam (z. B. nicht mehr bei Kindern unter 15 Jahren oder Schwangeren).
Viele Länder planen ein schrittweises Auslaufen bis 2030.